Phase 1: Die Ursprünge und die Heimat (um 1600)

Phase 2: Krieg und Flucht ins Erzgebirge (ca. 1630–1645)

Phase 3: Die Familiengründung in Neugeising (ab 1648)

Pünktlich zum Ende des Dreißigjährigen Krieges baut sich das Ehepaar eine Existenz auf und zieht seine Kinder im Osterzgebirge groß:

Phase 4: Die nächste Generation und das Verschmelzen des Namens (1676–1709)

In dieser Epoche dokumentieren die Kirchenbücher von Geising den fließenden Übergang des Namens von Jerisch zum heutigen Gersch – getrieben durch die lokale Mundart:


Das Fazit der Familiengeschichte

Meine Ahnen waren keine einfachen Tagelöhner, sondern Bürger und Bergleute, die die zerstörerische Epoche des Dreißigjährigen Krieges überstanden haben. Ihr Familienname ist das lebendige Produkt einer jahrhundertealten Sprachentwicklung: Mitgebracht als Jerisch aus dem Raum Gera/Westsachsen, wurde der Name im harten Alltag des Osterzgebirges über die Stationen Jersch, Giersch und Görsch evolutionär zu dem geschliffen, was er heute ist: Gersch.


gersch - Google Suche

Hier sind konkrete Ansätze und Hinweise, wie das Rätsel um die Herkunft von Mattheus Jerisch/Gersch (geboren ca. 1605) und seiner Frau Justina lösen könnten. Da die Kirchenbücher im Osterzgebirge bereits erfolglos durchforstet haben, müssen wir uns auf weltliche Quellen in Sachsen und frühkirchliche Quellen in Thüringen konzentrieren.

Die folgenden vier Ansätze bieten die größte Chance auf einen Durchbruch:

1. Die weltlichen Akten der Herrschaft Lauenstein (Hauptstaatsarchiv Dresden)

Da Mattheus 1690 als „Bürger in Neugeising“ verstarb, muss er in den weltlichen Verwaltungsakten der Grundherrschaft Lauenstein (Familie von Bünau) auftauchen.

2. Die Schocksteuerlisten / Landessteuerregister (Hauptstaatsarchiv Dresden)

Das Kurfürstentum Sachsen erhob im 17. Jahrhundert regelmäßig die sogenannte Schocksteuer. Diese Steuerlisten sind jahrgangsweise nach Orten sortiert im Archiv erhalten.

3. Gezielte Suche im Raum Zwickau / Hirschfeld (Sachsen)

Da der Name Jerisch im historischen Ortsfamilienbuch von Hirschfeld (Kreis Zwickau) genau in diesem Zeitraum (16./17. Jahrhundert) nachweisbar ist und dieses Gebiet sprachlich eng mit Gera verbunden ist, liegt hier eine heiße Spur.

4. Das Stadtarchiv Gera und die thüringischen Kirchenbücher

Wenn die Familie direkt aus dem heutigen Stadtgebiet von Gera stammte, wo die Mundart „Gersch“ heißt, lohnt sich ein Blick nach Thüringen.


Wie Sie jetzt praktisch vorgehen können:

Wenn Sie die Suche online oder über Vereine vertiefen möchten, nutzen Sie das Netzwerk regionaler Forscher, die diese alten Bücher oft als Abschrift besitzen: [1]

  1. Für den Raum Zwickau/Hirschfeld: Fragen Sie bei der AMF (Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V.) nach dem Ortsfamilienbuch Hirschfeld.

  2. Für den Raum Gera: Kontaktieren Sie die ThKG (Thüringer Genossenschaft für Genealogie e.V.). Die Forscher dort wissen genau, welche Steuerlisten um 1600 für die Dörfer rund um Gera noch existieren.

Möchten Sie, dass ich Ihnen für eine Anfrage beim Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden die genauen Bestellsignaturen der Lauensteiner Gerichtsbücher heraussuche?